Rügen ist für Naturbeobachter interessanter als die meisten erwarten. Kap Arkona, der Kranichzug im Herbst, Wildgehege und Boddenlandschaft.
Kap Arkona ist das nächstgelegene größere Ausflugsziel ab Reetland am Meer, ca. 10 km entfernt. Zwei Leuchttürme markieren den nördlichsten Punkt der Insel Rügen. Der ältere, quadratische Turm wurde 1827 gebaut, der neuere, runde 1901. Beide sind zugänglich. Die Wallanlage Jaromarsburg daneben ist ein Überrest der slawischen Siedlung, die im 12. Jahrhundert von dänischen Kreuzfahrern zerstört wurde, einer der wenigen erhaltenen Überreste der vor-deutschen Besiedlung auf Rügen.
Die Straße endet in Putgarten. Ab dort zu Fuß oder per Pferdekutsche, ca. 1 km bis zu den Leuchttürmen. Das begrenzt den Busreiseverkehr spürbar. Im August ist der Parkplatz in Putgarten voll und die Wege belebt, aber die Dimensionen sind eine andere als in Binz oder am Königsstuhl. Frühmorgens oder nach 17 Uhr ist der Ort gut begehbar.
Das Fischerdorf Vitt liegt 2 km von Kap Arkona entfernt, zu Fuß erreichbar. Historische Fachwerkbauten um eine kleine Kapelle, direkter Küstenblick, kaum Tourismusbetrieb. Auf dem Rückweg von Kap Arkona lohnt der Abzweig. Vitt ist still, weitgehend unverändert, ohne Touristenbetrieb.
Der Kranichzug im Oktober und November ist eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele Norddeutschlands, gleichzeitig eines der am wenigsten vermarkteten. Zehntausende Kraniche rasten auf den Boddenwiesen Rügens und dem angrenzenden Fischland-Darß auf ihrem Weg in den Süden. Der Einflug kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Tiere in breiten Formationen aus verschiedenen Richtungen auf die Schlafgewässer zuziehen, dauert manchmal eine Stunde und ist ohne Infrastruktur, ohne Eintritt und ohne Warteschlange erlebbar. Man braucht dafür nur eine freie Sichtachse Richtung Himmel und etwas Geduld.
Die besten Beobachtungsplätze sind die offenen Boddenwiesen nahe Breege und Bartelshagen, ca. 10–15 km ab Reetland am Meer. Fernglas hilft, ist aber nicht zwingend. Die Hauptzugzeit variiert je nach Wetterlage, liegt aber typischerweise zwischen Mitte Oktober und Mitte November. Oktober auf Rügen: kaum Konkurrenz um Plätze.
Das Wildgehege Rügen bei Crampas (ca. 35 km ab Reetland am Meer) zeigt einheimische Wildtiere auf weitläufigem Gelände: Rehe, Wildschweine, Wölfe, Wisente. Eintritt moderat. Außerhalb der Schulferien kaum Betrieb, sodass man die Tiere in Ruhe beobachten kann. Für Familien mit Kindern ein verlässlicher Programmpunkt, der weder vom Wetter noch von der Jahreszeit stark abhängt.
Boddenwiesen nahe Breege, ca. 10–15 km. Kein Eintritt, kein Programm. Einflug in der Abenddämmerung. Fernglas hilfreich, nicht zwingend. Hauptzugzeit Mitte Oktober bis Mitte November.
Crampas, ca. 35 km. Rehe, Wildschweine, Wölfe, Wisente. Eintritt moderat. Außerhalb der Schulferien wenig Betrieb. Für Familien ein wetterunabhängiger Programmpunkt.
Watvögel, Enten und Gänse ziehen durch die Flachwasserzonen rund um Wittow. Keine Ausrüstung nötig, die Tiere sind nah. Kein ausgewiesener Beobachtungsort nötig.
Steilküste zwischen Kap Arkona und Vitt, Küstenweg Richtung Breege. Wenig frequentiert, keine Infrastruktur. Festes Schuhwerk empfohlen.
Der Fischland-Darß liegt westlich von Rügen und ist eine eigene Halbinsel, kein Teil der Insel. Er gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ist anders als Rügen: keine Badeortkultur, kein Strandkorbbetrieb, dafür naturbelassene Küste, Kiefernwälder mit Treibholzstrand und autofreie Bereiche im Kernbereich. Der Weststrand auf dem Darß ist eine der wenigen deutschen Küsten, die sich noch weitgehend unberührt anfühlen.
Von Reetland am Meer ca. 80 km Fahrstrecke. Hin- und Rückfahrt: 160 km, 4–5 Stunden Fahrzeit. Als Zwischenstopp auf der Rückfahrt besser genutzt als als Tagesausflug. Urlaub auf Rügen und Darß lassen sich sinnvoll trennen.
Die Halbinsel Wittow, Kap Arkona, Boddenwiesen und Steilküste: Naturbeobachtung ohne Fahrstrecke ab Reetland am Meer.
Drei Schlafzimmer, Sauna, Kamin, private Terrasse. Dranske-Bakenberg, Nordwest-Rügen.
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